panke

Archiv für Januar 2008

Und nun: das Wetter

In Uncategorized on 26. Januar 2008 at 7:58

Die Panke führt nach einigen Tagen Dauerregen Hochwasser, während Kinder den starken Wind ausnutzen, um im Bürgerpark Drachen steigen zu lassen. Und von Schnee liegt nicht einmal eine Ahnung in der Luft.

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Drachensteigen im Januar Regen Regen Regen

Fotostrecke: Wedding an einem Januartag

In Uncategorized on 14. Januar 2008 at 10:23

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Der Ost-West-Fabrikant – Porträt Martin Beck

In Porträts on 12. Januar 2008 at 12:39

Die Osloer Straße ist heute wieder eine wichtige Ost-West-Verbindung in Berlin. Da passt es ins Bild, dass der Geschäftsführer des Vereins „Fabrik Osloer Straße“, Martin Beck, auf eine bewegte Ost-West-Biographie zurückblicken kann, wie man sie häufig im Wedding antrifft.

Der erste Eindruck von Martin Beck ist der eines Menschen, der gern auf Leute zugeht. „Ich entschuldige mich gleich für meine neuen Mitarbeiter“, sagt er schmunzelnd, „es arbeitet hier noch keiner so lange wie ich.“ Das heißt keineswegs, dass Beck wie ein alter Mann wirkt. Er ist vor 48 Jahren im Ostteil Berlins geboren; seine Eltern zogen noch vor dem Mauerbau in den Westteil Berlins. An der Bernauer Straße, also in einem Gebiet, das von der Teilung besonders hart betroffen war, wuchs Beck sozusagen am Brennpunkt der Weltpolitik auf.

Nach einer Ausbildung und einem kurzen Intermezzo als Beamter beim Rentenversicherungsträger BfA begann Beck zu studieren. Zwei Jahre lang war er Schauspieler an der Freien Volksbühne. Das Studium schloss er schließlich in Politikwissenschaften ab – der Schwerpunkt Deutschlandpolitik lag bei ihm nahe. Die Mauer, in deren Schatten er aufgewachsen war, hat Beck als längerfristige Realität gesehen: „In diesem Jahrtausend habe ich nicht mehr mit dem Mauerfall gerechnet“ sagt Beck. Er brauchte Distanz und schlug sich als Deutschlehrer in Irland durch. Die Ereignisse im Herbst 1989 holten ihn wieder in seine Geburtsstadt zurück: „Dass ich ausgerechnet zum Zeitpunkt des Mauerfalls in Irland gelebt habe, ist für mich besonders tragisch“, ärgert sich Beck noch heute. Bald schon kehrte er nach Deutschland zurück – diesmal in den äußersten Osten. Martin Beck half, den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Frankfurt an der Oder aufzubauen: „Das war die spannendste Tätigkeit meines Lebens“, resümiert Beck, „aber Frankfurt ist mir soziokulturell immer fremd geblieben.“ Zurück in Berlin begann er 1993, sich bei den Grünen in der Weddinger Bezirkspolitik zu engagieren. „Ich bin ein Pragmatiker“, beschreibt Beck das Dilemma des Grünen-Politikers, der sich nicht zwischen den beiden Parteiflügeln („Realos“ und „Fundis“) entscheiden und trotzdem seinen Prinzipien treu bleiben möchte. Nach der Bezirksfusion begann Beck sich langsam aus der Bezirksverordnetenversammlung zurückzuziehen: „Ich fand es kräfteraubend – auch weil die Qualität der Bezirkspolitik nachließ.“ Als desillusioniert bezeichnet er sich heute dennoch nicht. Beruflich verschlug es ihn hingegen wieder in Richtung Osten, zum gemeinnützigen „Pfefferwerk e.V.“ in Prenzlauer Berg.

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Seit 2001 ist Beck Geschäftsführer des Vereins „Fabrik Osloer Str. e.V.“, der 2007 bereits auf 25 Jahre zurückblicken kann. Der Verein kümmert sich um die Hausverwaltung, die Nachbarschaftsetage und das Kindermuseum Labyrinth.

Beck sitzt in einem nahezu quadratischen Büro mit ein wenig Loftcharakter, das sich in einem Hinterhofgebäude der ehemaligen Maschinenfabrik Roller befindet, Heute kann man sich nur schwer vorstellen, in welchem desolaten Zustand die Fabrik Ende der 70er Jahre war. „Die Sanierung der Fabrik ist zwar weitestgehend beendet, aber es stehen noch große Arbeiten wie die Sanierung der Fenster an“, erklärt der Geschäftsführer. „Da die Fabrik nicht unter Denkmalschutz steht, kann die Sanierung ohne große Auflagen erfolgen.“ Zwei Blockheizkraftwerke – die ersten, die es vor zwölf Jahren in einem sozialen Projekt gab – tragen dazu bei, dass das Gebäude ökologisch verträglich bewirtschaftet wird. 2006 wurde dies mit der Auszeichnung als„Öko-Profit-Betrieb“ gewürdigt.

Schon früh hat Beck auch den Blick über den Tellerrand gewagt – zunächst als Student in Italien, wo er ein Semester lang lebte. „Die Italienisch- und die Englischkenntnisse frische ich gerade wieder auf“, erklärt Beck. Die Fremdsprachenkenntnisse wird er gut gebrauchen können. Eine Orientierung der Arbeit der Projekte in Richtung Ausland, zum Beispiel durch Jugendaustausch, hält der Geschäftsführer nämlich für besonders wichtig. In der Fabrik Osloer Straße scheint Beck seinem Ziel nahe gekommen zu sein: „Ich fühle an der richtigen Stelle in meinem Job, um mich für die Gruppen zu engagieren, für die ich mich immer engagieren wollte – die Benachteiligten der Gesellschaft.“

Die „Fabrik“ sieht Martin Beck auf einem guten Weg, wenngleich trotz der vielfältigen Mischung noch Vertreter bestimmter Branchen fehlen: „Ein Gewerbe, das zu uns passen würde, wäre eine EDV-Firma“, sagt Beck, „aber unser größtes Problem ist die fehlende Essensmöglichkeit.“ Aufgrund der fehlenden Kaufkraft im Kiez ist es bis jetzt noch nicht gelungen, einen dauerhaften Cafébetrieb zu etablieren.

Zu den vielen Rückschlägen in der bewegten Geschichte des Projekts „Fabrik Osloer Straße“ gehört auch, dass nach dem Mauerfall viele Fördergelder in den Ostteil Berlins flossen. Vielleicht ist es gerade deshalb so wichtig, dass jemand mit einem solchen Ost-West-Hintergrund an genau dieser Stelle arbeitet – an einer Verbindungsstraße zwischen Ost und West wie Martin Beck, der schließlich feststellt: „Es fällt sogar mir schwer, meinem 17-jährigen Stiefsohn zu erklären, warum die Wiedervereinigung für mich die Erfüllung eines Traums gewesen ist.“ Es bleibt also genug zu tun für Martin Beck.

Joachim Faust/Marcus Bauer

mehr Infos unter:
www.fabrik-osloer-strasse.de
www.nachbarschaftsetage.de

Ein Schmuckstück wird kaputtgetreten

In Gerade Passiertes und Anstehendes on 9. Januar 2008 at 6:15

Ein trüber, nasskalter Wintermorgen wie so oft - aber eins scheint sicher: auf meinem Arbeitsweg bereitet mir zumindest die Eingangshalle im Bahnhofsgebäude des denkmalgeschützten S-Bahnhofs Wollankstraße immer wieder eine neue Überraschung! An die zahlreichen Graffiti auf den rundum verklinkerten Tunnel- und Treppenaufgangswänden habe ich mich ja schon gewöhnt. Schwamm drüber – oder auch nicht. Ärgerlicher sind die zertretenen und zersplitterten Scheiben der zwei Außentüren, der Zwischentür zum Tunnel und der großen Ausgangstür nach Pankow. Tapfer hat die Bahn die Scheiben über Monate hinweg regelmäßig ausgetauscht – aber letztlich dann doch aufgegeben. s-bfwoll.jpgErst verschwand die Tür in Richtung Pankow ganz, so dass nun der Wind durch den Verbindungstunnel pfeift, jetzt wurden die Fenster im Zugang des Bahnhofsgebäudes durch schmiedeeiserne Stäbe ersetzt. Die dürften schwerer zu zerstören sein. Auf den Vandalismus angesprochen, teilt Ellen Karau von der S-Bahn Berlin mit: „Der Bahnhof Wollankstraße ist seit geraumer Zeit immer wieder ein Schwerpunkt. Aus diesem Grunde haben wir bereits die Bestreifung mit Sicherheitskräften anders gestaltet und auch die Zusammenarbeit mit den Polizeien verstärkt.“ Auch eine Videoüberwachung sei zu teuer – teurer als immer wieder die Vandalismusschäden zu beseitigen. Immerhin: „Wir werden die Gesamtsituation erneut überdenken“, teilt die S-Bahn schließlich mit. Am schlimmsten wäre es, wenn der Bahnhof, der schon seit einem Jahr nicht mehr personell besetzt ist, von der Bahn ganz sich selbst und seinen wenig respektvollen Benutzern überlassen werden würde.

Kommentar: Ein Park für die Pankower

In Gerade Passiertes und Anstehendes on 5. Januar 2008 at 8:26

Blick auf das Portal des Bürgerparks

Pankow kauft für 1,45 Millionen ein paar Hektar Land und schafft damit einen öffentlichen Park, wodurch die Bebauung des Parkareals durch Investoren dauerhaft verhindert wird. Zu schön, um wahr zu sein, nach allem, was in der sich hinziehenden Debatte um den Mauerpark bisher geschehen ist? Und doch ist es passiert, wenn auch schon im Jahr 1907, als sich die damals noch selbständige Landgemeinde Pankow unter Führung des Bürgermeisters Wilhelm Kuhr dazu durchrang, das Gelände südöstlich der Panke zu erwerben.

Der Verleger Hermann Killisch- von Horn hatte das Gebiet rund um die frühere Papiermühle 1856 erworben und zu seinem Landsitz vor den Toren Berlins ausgebaut. Sein Augenmerk galt insbesondere der gärtnerischen Gestaltung des zweieinhalb Hektar umfassenden Grundstücks, und dank der Energie des Grundbesitzers und seines Gärtners ist aus dem Areal ein landschaftsgärtnerisches Juwel geworden. Nach dem Tode des Parkbesitzers, der später in einem Mausoleum am Rand des Parks bestattet wurde, wurde der Park nicht mehr in dem Maße gepflegt, wie es erforderlich gewesen wäre. Die Erben planten, den Park parzellieren zu lassen und damit zur Bebauung mit Wohnhäusern freizugeben. Der damalige Bürgermeister Pankows nutzte die letzte Chance, der aufstrebenden Gemeinde an dieser Stelle eine Grünfläche zu verschaffen und legte damit den Grundstein für eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte: der Bürgerpark ist aus Pankow nicht mehr wegzudenken. Zwar haben der Zweite Weltkrieg und eine umfassende Umgestaltung des Bürgerparks in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts viel von der ursprünglichen landschaftsgärtnerischen Idee zerstört, als grüne Lunge wird der Park jedoch damals wie heute von den Anwohnern in Pankow und Wedding benötigt. Und welches Kind aus den beiden Stadtteilen kennt nicht den Kinderbauernhof Pinke Panke am Rand des Parks?

Die weitsichtige Entscheidung aus dem Jahr 1907, der der Norden Berlins einen der gepflegtesten Parks verdankt, scheint bei den heutigen politisch Verantwortlichen ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein. Schließlich ist es heute kaum mehr vorstellbar, dass bei der Flächenplanung der zahlreichen innerstädtischen Brachen Berlins ausschließlich das öffentliche Interesse an mehr Grünflächen zählt.

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