panke

Archiv für Juni 2008

Einkaufsführer mal anders

In Uncategorized on 30. Juni 2008 at 4:59

Es gehört vielleicht etwas Mut dazu, einen Einkaufsführer für Wedding und Pankow zu schreiben. Aber in welcher konventionellen Einkaufsstraße kann man solche Knaben-Anzüge im Stil einer orientalischen Phantasieuniform finden? Doch nur in der Badstraße in Berlin-Gesundbrunnen! Gleich zwei Hausnummern weiter findet sich dann auch eine absurd große Auswahl an Wasserpfeifen. Wenn man sich die Wettbüros und Dönerläden wegdenkt, befindet sich hier letztendlich (wieder) eine Einkaufsstraße, die eben nicht nur Waren des täglichen Bedarfs bietet. Grund genug, Einkaufstipps zu veröffentlichen und dazu noch Restaurants zu empfehlen, denen gewiss die Michelin-Sterne fehlen. Aber wer würde die hier schon erwarten? Man freut sich statt dessen, wenn es wider Erwarten überhaupt etwas Ungewöhnliches zu essen gibt.

Nachzulesen und mitzuschreiben auf http://panke.info/pages/einkaufen-und-essen.php

Ballack-Verehrung

In Uncategorized on 30. Juni 2008 at 4:47

Wer sagt, dass sich der gemeine Fußballfan in seiner Fußball-Euphorie während der EM nicht auch künstlerisch äußern kann? In der Weddinger Gottschalkstraße hat ein Fan seine Verehrung für Michael Ballack als öffentliche Ausstellung zum Ausdruck gebracht. Da ist es doch fast schon egal, dass es mit dem Europameister-Titel nicht geklappt hat ….

Purer Opportunismus?

In Uncategorized on 11. Juni 2008 at 6:37

Man hat sich ja schon seit der WM 2006 daran gewöhnt, richtige und falsche Deutschlandflaggen an Autos zu sehen (und hier im Wedding natürlich auch türkische und polnische Hoheitssymbole). Dieses Fahrzeug an der Prinzenallee scheint es aber allen recht machen zu wollen. Oder will der Autobesitzer damit seine Solidarität zu den teilnehmenden Nationen zeigen, ohne jemandem auf den Schlips zu treten? Man darf auf die Olympischen Spiele gespannt sein…

Wird die Panke wieder ein strudelnder Fluss?

In Uncategorized on 10. Juni 2008 at 4:21

“Der ist direkt aus der Panke gesprungen”, scherzt der Angestellte der
Stadthalle Bernau, als er einen Lachsstreifen vom Boden unter dem Büffet
aufhebt. Die Veranstaltung, die hier am 27.05.08 stattfindet,  ist mit etwa
150 Personen gut besucht. Der “3. Tag der Panke”wurde organisiert vom
Landesumweltamt Brandenburg und dem Referat Wasserwirtschaft der
zuständigen Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz.. Die Panke als naturnahes Gewässer – an diesem ehrgeizigen Ziel arbeiten die beiden Ämter länderübergreifend, unterstützt von Ingenieurbüros und Planungsfirmen. Hintergrund ist die Wasserrahmenrichtlinie der EU, die im Jahr 2000 erlassen wurde und einen Zeithorizont bis 2027 umfasst. Die erste Zielvorstellung sieht vor, bis 2015 die Gewässer in Europa wieder in einen guten ökologischen Zustand zuversetzen.

“Wie passen das Ökosystem eines Auenwaldes und die in Berlin an vielen Stellen kanalisierte Panke zusammen?”, fragt Landschaftsplaner Ralf Wegner in seinem Vortrag und erklärt, welche ökologischen Funktionen eine renaturierte Panke hätte: Beschattung, Falllaub, Schlupfgebiet und Eiablage. Wegner überrascht das Publikum mit einem Foto von der Panke südlich der Osloer Straße mitten in Berlin-Gesundbrunnen: an dieser Stelle gibt es heute schon eine Auenlandschaft. Auf der Grundlage der jetzt schon vorhandenen auenartigen Abschnitte soll eine Perlenkette von ökologisch wertvollen Bereichen in Berlin entstehen, wo sich bestimme Tier- und Pflanzenpopulationen ansiedeln und eigenständig entwickeln können. Ist die Panke dann “durchgängig”, wenn sie also ohne Hindernisse fließt, können diese Tier- und Pflanzenarten in die nicht renaturierten Abschnitte ausstrahlen. In diesem Jahr wird mit markierten Fischen getestet, ob der Düker an der Chausseestraße überwunden werden kann. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Die derzeit noch zwölf Querbauwerke werden nach der Planung der Senatsverwaltung in den nächsten Jahren beseitigt. Der Gruppenleiter WasserwirtschaftMatthias Rehfeld-Klein erläutert, welche Rechenanlagen, Wehre und Abstürze aus fischökologischen Gründen beseitigt werden sollen und wie sich damit das Bild der innerstädtischen Panke schon ab 2012 vollständig verändert. Auch in Brandenburg ist die Panke jahrelang sehr stiefmütterlich behandelt worden, wie Norbert Herrn vom Landesumweltamt Cottbus einräumt. Umso größer sind die Anstrengungen, die unternommen werden sollen: “Eine hydromorphologische Renaturierung bei gleichzeitiger Hochwasserneutralität ist geplant”, erläutert Herrn. Dies bedeutet, dass je nach den baulichen Gegebenheiten ein sandgeprägter Tieflandbach mit wechselnden Strömungsverhältnissen (Zepernick), einorganischer Bach (zwischen Bernau und Zepernick) und eine vermoorte Senke (im Quellgebiet) angestrebt werden.

Was den Hochwasserschutz angeht, erläutern die Planer, dass man von der
herkömmlichen Auffassung abrückt, das Regenwasser so schnell wie möglich dem abfließenden Gewässer zuzuführen. Dies gewinnt angesichts des Klimawandels an Bedeutung: Starkregen tritt bei bestimmten Wetterlagen häufiger auf als früher, während immer mehr Flächen versiegelt werden. Es komme nun darauf an, das Regenwasser zunächst in Rückhaltebecken vor allem im Oberlauf der Panke zwischenzuspeichern, erklärt Bauingenieur Kohnert.

Welche kurvenreichen, naturnahen Gewässerformen sogar mitten in Städten
schon realisiert wurden, demonstriert die Limnologin Tanja Pottgießer vom
Umweltbüro Essen. Sie unterstreicht, dass Gewässer nicht nur Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sondern auch Erlebnisraum für Menschen sein können.

Bei so vielen Aufgaben, vor denen die zuständigen Ämter, die ausführenden
Ingenieure und Experten stehen, scheint an der Panke die Einhaltung der
Wasserrahmenrichtlinie schon bis 2015 schwer erreichbar. Die vielen
Maßnahmen, die derzeit erarbeitet werden und in vielen Einzelschritten
realisiert werden sollen, werden das Bild der Panke, wie wir sie heute
kennen, aber in jedem Fall vollständig verändern. Es hat ein Umdenken
begonnen, um die massiven Eingriffe und Störungen der Panke auf
dem Gebiet Berlins und Brandenburgs zu beseitigen oder zumindest
abzumildern. Die beiden Herausforderungen bestehen in der Verbesserung der Wasserqualität und in der Veränderung der Gewässerstruktur hin zu einem naturnahen Fluss. Wenn Fische wieder den gesamten Pankelauf durchschwimmen können, ist bereits eine Herkulesaufgabe gemeistert. Dass es auch Lachse in der Panke geben wird, darf jedoch bezweifelt werden.

Eindringlicher Appell am Autofreien Sonntag

In Uncategorized on 1. Juni 2008 at 10:07

An der Wollankstr./Ecke Kreuzstr. in Pankow. Ich hatte nicht den Eindruck, dass sich irgendjemand deswegen vom Autofahren abhälten lässt. Das regelt dann schon eher der aktuelle Spritpreis.

Neues Leben im alten „Holz und Farbe“

In Gerade Passiertes und Anstehendes on 1. Juni 2008 at 8:58

Kamin & Wein - Holz & FarbeWeinflaschen stehen in Regalen, eine altmodische Stehlampe verbreitet gelbliches Licht und im Kamin knistert ein wärmendes Feuer – wenn nicht die Autos die Prinzenallee entlang rasen würden, man könnte es kaum glauben, dass man mitten im Soldiner Kiez ist.

Uwe Friede und Heiko Schmidt haben das Erdgeschoss des früheren “Holz + Farbe” zu neuem Leben erweckt: Der Laden heißt schlicht “Kamine & Wein”, weil darin genau diese beiden Produkte verkauft werden.

“Heizen und Feuern fand ich schon immer faszinierend”, sagt Heiko Schmidt. Der bisher eher als Veranstalter und Gastronom bekannte 33-jährige interessiert sich für den ökologischen Fortschritt: “Wichtig sind die niedrige Feinstaubbelastung, der hohe Wirkungsgrad und das hochwertige Design.” Schließlich schafft man sich einen solchen Kaminofen in der Regel nur einmal im Leben an, weiß auch Uwe Friede: “Wir verkaufen hier kein alltägliches Verbrauchsgut”, sagt der gelernte Kaufmann. Es werden von zwei unterschiedlichen Kaminofen-Herstellern Öfen und Zubehör verkauft, die es im Baumarkt nicht gibt.

Diese Öfen sind bei einem minimalen Verbrauch an Holz und einem Wirkungsgrad um 80 % bei der Wärmeproduktion in der Lage je nach Modell kleine Räume oder auch große Wohnraumsituationen zu beheizen. Moderne Kaminöfen, die mit erneuerbaren Energien wie Brennholz, Holzbriketts oder Holzpellets beschickt werden, tragen durch ihre gute Ökobilanz im Gegensatz zu den mit fossilen Brennstoffen beschickten Öfen weniger zum Treibhauseffekt bei.

Kamin & Wein - Holz & FarbeWer sich für die langfristige Anschaffung eines solchen Kaminofens entscheidet, soll dann auch eine gute Flasche Wein oder pfälzischen familieneigenen Kirschschnaps erhalten. “Kamine und Wein, das passt doch gut zusammen. Eigentlich müssten wir Branntwein anbieten…” schmunzelt der gebürtige Pfälzer Schmidt. Weiterhin sein „KAFFEE SCHMIDT“ zu betreiben ist nicht ganz so seine Sache:„Es fordert viel Zeit und kostet einfach viel Nerven einen Kneipenbetrieb zu führen. Ich habe Lust mit etwas Neuem anzufangen“,_ so Schmidt, der sich als Selbständiger weiterentwickeln will, aber vor allem auch mehr Zeit für sich privat haben möchte.

Etwa die Hälfte des Weinangebots, so stellt Schmidt sein Sortiment vor, soll aus deutscher Produktion sein, natürlich mit Schwerpunkt Pfälzer Wein. Die Weine werden nicht zum Supermarktpreis zu haben sein, aber für eine Flasche, die zwischen vier und 20 € kosten wird, soll der Kunde ein gutes Preis- Leistungs-Verhältnis erwarten können. Auch ist geplant, dass Winzer im Laden Weinverkostungen durchführen.

Kamine & Wein - SchmidtIm insgesamt knapp 80 m2 großen Laden ist nicht nur Platz für den Wein- und Ofenverkauf und die Verkaufsberatung. Für Heiko Schmidt, der immer noch davon träumt, ein Café im Kiez zu betreiben, bedeutet das Geschäft keine völlige Abkehr von seinen bisherigen Projekten: es gibt auch Kaffee-, Wein- und Bierausschank und einige Sitzplätze. “Vor allem wünsche ich mir eine große Bandbreite an Gästen, die Qualität und Genuss zu schätzen wissen”, so Schmidt. Die optisch sehr ansprechenden Kaminöfen, eigentlich Ausstellungsstücke, werden zur gediegenen Atmosphäre zusätzlich beitragen. Kulturell könnte der Laden ebenfalls wieder genutzt werden, plant Heiko Schmidt: “Ich kann mir Info-Abende und Ausstellungen vorstellen”, sagt er, nicht ohne hinzuzufügen: “Es wird garantiert auch etwas funky”. Wer Heiko Schmidts bisherige Projekte kennt, dürfte daran kaum zweifeln, zumal wenn es in den Räumen des “Holz und Farbe” stattfindet.

Seit 2.Mai 2008 hat das „Kamine und Wein“ geöffnet. Mo-Fr. öffnen Laden und Weinstube ab 15 Uhr bis ca. 22 Uhr, Sa. ist bis 24 Uhr geöffnet. Sonntags wird in Zukunft bereits ab 10 Uhr geöffnet sein. Im Sortiment finden sich neben deutschen und französischen Weinen auch Bio-Cidre aus der Bretagne. Auch exzellenten Kaffee erhält man im „Kamine und Wein“.

Adresse: Kamine und Wein, Prinzenallee 58, Berlin-Gesundbrunnen

http://www.kamineundwein.de