panke

Archiv für April 2009

e.V.i.G….

In Uncategorized on 24. April 2009 at 9:16

panke.info wird zum Verein!

Nach 18 Monaten Aktivitäten im Internet und neuerdings auch in der Realität wird die Arbeit von panke.info auf eine neue Grundlage gestellt.

Ursprünglich als reine Privatinitiative gestartet, sind zu der eigentlichen Website www.panke.info inzwischen viele weitere Betätigungsfelder rund um die Panke hinzugekommen.

Dazu benötigt panke.info eine andere Rechtsform.

Die Vereinsgründung ist am Mittwoch, den 13.05.09 im Forum Soldiner Kiez (Prinzenallee 45 c, im Pavillon hinter den Wohnhäusern).

Es ist wichtig, dass genügend Unterstützer anwesend sind, damit die Vereinsgründung gelingt.

Es sind genügend Ideen und Projekte in der Pipeline, für die jede Mithilfe wertvoll sein kann.

Die bisherigen Mitarbeiter bei panke.info freuen sich auf die Zukunft als Verein!

„Komşular arası – Unter Nachbarn“

In Gerade Passiertes und Anstehendes, Soldiner Kiez, berlin-wedding on 24. April 2009 at 3:21

Istanbuler Künstler zu Besuch im Wedding
berlin_istanbulDie Kolonie Wedding setzt im April einen besonderen Akzent: 19 Künstler aus dem Istanbuler Viertel Cihangir besuchen den Soldiner Kiez. Drei Wochen lang arbeiten sie im Norden der Berliner Mitte und präsentieren die Ergebnisse dieses ungewöhnlichen Austauschs. Bildhauer, Maler, Fotografen, Autoren, Zeichner, Filmschaffende und Performancekünstler sind zu Gast in den Projekträumen der Kolonie Wedding. Das Konzept: Sie beziehen die Realitäten der Stadt in ihre Arbeit mit ein. Zum Kolonie-Wochenende vom 24. – 26. April werden dann die ersten Ergebnisse in den Galerien des Soldiner Kiezes zu sehen sein.

Hochkaräter vom Bosporus
Die beiden Stadtteile ähneln sich: das Viertel Cihangir, hat mit rund 25.000 Einwohnern die Größe des Soldiner Kiezes. Auch der Stadtteil Beyoğlu, in dem das Viertel liegt, ähnelt in seiner Bevölkerungsstruktur der Berliner Mitte. Wenngleich die Künstler aus Cihangir ohne staatliche Unterstützung arbeiten, bringen sie Hochkarätiges in den Soldiner Kiez: Malerei, Skulptur, Karikatur, Fotografie, Film, Theater, Performance und Tanz.

Partnerschaft der Bezirke
Über zwei Jahre haben sich die Vorbereitungen hingezogen. Berlin und Istanbul sind seit 20 Jahren Partnerstädte, aber die beiden Bezirke Beyoğlu und Berlin-Mitte haben erst im vergangenen Jahr eine Partnerschaft begonnen. „Eine spannendes Vorhaben“ nennt es Necile Dileceoğlu, die den Künstleraustausch von Istanbuler Seite her koordiniert. „Eine Städtepartnerschaft läuft meist nur auf der oberen Ebene ab. Die Menschen wissen gar nichts von einander.“

Schwierig war allerdings die Visa-Erteilung durch die deutsche Botschaft. „Entwürdigend!“, so das Urteil der Projektleiterin. Ein Schreiben von Bezirksbürgermeister Hanke, der auch die Schirmherrschaft übernommen hatte, brachte nicht den erwünschten Erfolg. Erst als Senat und Auswärtiges Amt sich einschalteten, konnten alle 19 Künstler für drei Wochen nach Berlin kommen.

Arbeit vor Ort
Die Palette der künstlerischen Arbeit ist breit. Und die künstlerische Aktivität zielt auf die Stadt Berlin und die Arbeit vor Ort. So lässt der renommierte Karikaturist Güneri Içoğlu seinen Comic-Helden Yekta Bey – Herrn Yekta – durch die Berliner Mitte und den Soldiner Kiez spazieren. Das Ergebnis wird ein Comicstrip sein, der die kleinen und großen Geschichten dieses Austausches beschreibt, sie liebevoll und hintersinnig karikiert.

Serkan Taycan präsentiert als Fotograf unter dem Titel „Homeland“ Bilder aus seiner anatolischen Heimat und trifft damit damit exakt die Herkunftsregion vieler hier lebenden Türken. Eine ganz konkrete Brücke zwischen den beiden Städten schlägt Esra Carus, die in Istanbul mit Grafik und Keramik arbeitet. Hier in der Prinzenallee interpretiert sie Bertolt Brechts Bühnenstück „Turandot“ in einer Installation.

Begeisterung für Berlin
Die Begeisterung für Berlin ist offensichtlich: mit der Stadt verbindet Esra Carus das epische Theater der zwanziger Jahre, sagt sie und springt in ihrem Konzept gleich zum nächsten Schwergewicht deutscher Kulturlandschaft. „Das Ideal Habermas’, dass die Gesellschaft mit dem Verstand menschlicher, und eine menschliche Gesellschaft demokratischer wird, ist auch für mich ein Zweig, an dem ich festhalte.“ Ihr Kommentar über das Gemeindeleben in Cihangir fällt harsch aus: „Fazit: Ein extravagantes Dichter-Maler Ghetto!“ Es bleibt spannend, wie sie die Berliner Mitte und den Soldiner Kiez wahrnehmen wird – Im Mai dieses Jahres werden dann 15 Weddinger Künstler an den Bosporus reisen.

Autor: Gregor Maier

Oh je! Wirtschaftskrise weitet sich aus zur Rechtschreibkrise

In Uncategorized on 19. April 2009 at 8:34

Abfrackprämie

Dackelblick auf Hundekot

In Uncategorized on 18. April 2009 at 10:42

Wiesenstecker gegen HundekotNeulich zu Besuch in Wien: Hundekot ist dort ein ähnlich großes, wenn nicht sogar größeres Problem als in Berlin. Die Stadt ficht einen verzweifelten Kampf gegen die „Mir doch egal“-Mentalität mancher Hundehalter, indem sie 25000 quietschorange Werbepflöcke in die Wiesen gerammt hat. Ein Jack-Russell-Terrier schaut den nachlässigen Halter anklagend an – und droht mit 36 € Strafe. Schon seit 2006 gibt es in Wien ähnlich wie in Berlin Hundekotbeutel in Behältern, von denen der gleiche Terrier mit Hundeblick fleht: „Nimm ein Sackerl“.

Sackerl-SchilderlOb in Berlin ähnliche Kampagnen erforderlich sind, um der Hundekot-Plage Herr zu werden? Mir haben verantwortungsvolle Hundehalter erzählt, dass sie oft schief angeguckt werden, wenn sie das Häufchen aufheben. Auch soll es manchmal schwierig sein, einen Mülleimer zu finden, um den Beutel dann zu entsorgen.

Letztendlich kommt es also doch nur auf den guten Willen der Hundehalter an, die sich selbst über zuviel Hundekot ärgern. Kontrollen, Bußgeldandrohungen und Werbekampagnen dürften dagegen nur einen geringen Effekt haben.

Beziehungen mit und auf dem Wedding

In Uncategorized on 12. April 2009 at 11:53

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Im März 2009 ist nach mehr als einjähriger Pause die zweite Ausgabe des Magazins „Der Wedding“ erschienen. Hat sich das Warten gelohnt?

An der lieben Verwandtschaft kann man sich die Zähne ausbeißen. Trotzdem hat sich die Redaktion des Magazins „Der Wedding“ für die zweite Ausgabe diesem Thema gestellt. Zwar ist aus dem Kulturmagazin, das „Der Wedding“ anfangs sein wollte, ein „Magazin für Alltagskultur“ geworden, aber es ist auch diesmal wieder die Leistung der Redakteure gewesen, das Besondere im Unscheinbaren zu finden. Im Wedding hat die Redaktion natürlich genügend Themen direkt vor der Haustür gefunden. Diese bringen erstaunliche Geschichten hervor, wenn man nur ein wenig an der rauen Oberfläche kratzt.

Das Erscheinungsbild der zweiten Ausgabe ist, angefangen beim spiegelverkehrten Titelschriftzug, immer noch ausgefallen, drängt sich aber weniger auf als es bei der Premierennummer der Fall war. ImVergleich zur ersten Ausgabe sind Schriften und Layout weniger überdreht und wirken dadurch organisch gewachsen und ein bisschen unansehnlich wie der in die Jahre gekommene Stadtteil, der Dreh-und Angelpunkt des Magazins ist.

Erstaunlich ist für mich, wie sensibel und facettenreich das an sich nichts sagende Thema Verwandtschaft in „Der Wedding“ ausgeleuchtet wird. Auf den ersten Blick liegt es auf der Hand, dass „die Familie“ bei Weddinger Migranten einen anderen Stellenwert als bei Deutschen genießt.  Aber es geht noch mehr: geistreiche Gedanken zum Generationenvertrag kommen ebenso vor wie die ironischen Betrachtungen zu Weddings Partnerstädten. Die Fotostrecken sind wie gewohnt sehr ausladend und bilden dadurch die Realität in einem materiell armen, aber an menschlichen Regungen reichen Stadtteil glaubwürdig ab. Sogar fotografische Einblicke in ein Pflegeheim werden gewährt.  Die Erstausgabe vom Februar 2008 wirkt gegen den zweiten „Der Wedding“ experimenteller, aber auch noch wesentlich unreifer. Es hat sich wirklich  gelohnt, einen starken thematischen Schwerpunkt zu setzen, der nicht nur die Hülle für ästhetische Spielereien sein will. Die „Verwandtschaft“ bietet erheblich mehr Stoff als im vorhinein erwartet werden konnte, wenn beispielsweise in einem sozialpolitischen Artikel die „Zwangsheirat“ von Wedding und Mitte beleuchtet und im Fazit dann gar als Scheinehe bezeichnet wird. Das klingt erst einmal ein wenig an den Haaren herbeigezogen – aber stimmt es denn etwa nicht?

Auf die nächste Ausgabe darf man jetzt wirklich gespannt sein. Bleibt zu hoffen, dass die Macher von „Der Wedding“ dann auf den Untertitel mit der Alltagskultur verzichten und sich kein Etikett mehr anheften.

Mal sehen, ob auch in anderen Stadtteilen Berlins ein solches Magazin gekauft wird. Trotz des Weddinger Lokalkolorits bildet das Heft nämlich so viel ab, was allgemein Gültigkeit hat und bundesdeutsche Realität ausmacht.


„Der Wedding“ Nummer 2, Preis 5 €, Verkaufsstellen siehe hier.