Wedding hat gewählt

 

„Ausverkauft.“ – Gnadenlos wurden die Zuspätge-kommenen an der Kasse abgewiesen: Obwohl am Abend des 19. Mai noch die Sonne schien, war das Prime Time Theater bis auf den letzten Platz besetzt. Wedding suchte den Volksschauspieler, die Wahl wollte sich keiner entgehen lassen. Über neun Wochen hinweg hatten die Prime-Timer Constanze Behrends und Oliver Tautorat öffentliche Castings gehalten. Immer wieder stellten sich jeden Donnerstag arbeitslose Schauspieler dem Votum des Publikums, mussten Szenen improvisieren, Dialoge erfinden. Die zwei Besten sollten einen Job im Prime Time Theater bekommen.

Bunte Jury
Neun Kandidaten schafften es schließlich in die Endrunde. Sie mussten sich einer bunt zusammengewürfelten Jury stellen: den zwei aus der Serie „Gutes Wedding schlechtes Wedding“ bekannten Figuren Heidemarie Schinkel (Constanze Behrends) und Claudio Fabriggio (Oliver Tautorat), Katja Proxauf von der Schauspielagentur „plusC Partner für Schauspiel“, Pfarrer Thomas Gärtner sowie einer Dame aus dem Publikum. Eigentlich hätte eine noch am gleichen Tag auf der Straße angesprochene Frau in der Jury sitzen sollen, doch sie hatte wohl der Mut verlassen.

Rudis Redeflüsse
Sie wäre in der Jury wohl auch ein wenig untergegangen, denn weder die jungen Talente noch die Laien in der Jury standen bei der dreistündigen Show allein im Mittelpunkt. Moderator Rudy van den Grachtenhoven, stilecht mit Perücke und Anzug ausgestattet, beide gleichermaßen schlecht sitzend, führte souverän und alle Aufmerksamkeit auf sich ziehend durch den Abend. Nur die beiden anwesenden Prime-Time-Stars konnten seinen Redefluss von Zeit zu Zeit unterbrechen: in ihrer Rolle als schnippische Leiterin des Arbeitsamts Wedding glänzte Constanze Behrends, wobei sie auch als Requisite in Form einer krächzenden Krähe dienen durfte. Oliver Tautorat als verhinderter Erfolgsregisseur aus dem Prenzlauer Berg musste immer mal „eben ausholen“, um seinen Senf wortreich, aber nichtssagend zu jedem Thema dazuzugeben.

Äußerstes verlangt
Da kamen die neun Anwärter auf den Gewinnertitel schnell unter die Räder, auch wenn die ihnen gestellten Aufgaben Äußerstes abverlangten. So mussten sie unter anderem die englische Königin auf Besuch in Uganda darstellen und dabei Heinrich Heines Loreley in ihr Spiel einbinden oder die Ballade in die Darstellung einer Grundschullehrerin beim Aufklärungsunterricht einfließen lassen..

Miss Piggy will Kermit
Improvisation war dann auch in der zweiten Runde gefragt, in der sich die Kandidaten in Zweiergruppen an Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ versuchten mussten. Recht komisch geriet die Auflage, die Rollen als prominente Pärchen darzustellen. So konnte man Siegfried und Roy beim Anbändeln oder Miss Piggy beim Versuch, Kermits Herz zu gewinnen, beobachten. Spätestens bei diesen Darstellungen kochte die Stimmung stellenweise über und der Klamauk auf der Bühne bügelte die gelegentlichen Längen des dreistündigen Spektakels aus.

Die Gewinnerinnen
Die letzte Darstellung des Shakespeare-Stoffes durch „Barbie“ und „Ken“ war der Höhepunkt der Komik und dürfte am Ende auch zum Gewinn der beiden Schauspielerinnen Christiane Reichert und Anja Kleinhans (Foto) beigetragen haben. Beide werden in der am 9. Juni 2005 startenden live Unterhaltungs-, Talk- und Spielshow „DonnersTalk“ mit Rudi van de Grachtenhooven mitspielen. Spontan – und natürlich völlig improvisiert – wurde auch eine Dritte, nämlich Andrea Reichel, in die Riege der Prime Timer aufgenommen. Sie tritt ab August in der Sitcom „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“ auf.

Stand: 23.05.2005 Autor: Joachim Faust Fotos: Ralf Weißheimer

 
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