Kinderspieleckenfreie Zone

Ich habe lange im Prenzlauer Berg gewohnt und lebe jetzt im Wedding. Es macht mir Spaß, regelmäßig in „meinem alten“ Bezirk zu sein und zu beobachten, wie sich dieser immer mehr verändert. Allerdings ist dies nicht mehr meine Welt, es scheint, als ob im P’Berg alles, was anders ist als die Mehrheit, an den Rand oder in andere Ortsteile vertrieben wird. Mittlerweile sind die meisten Bewohner selbst so einheitlich in ihrer scheinbaren Individualität, dass es eben den Abstand und den Blick von außen braucht, um das noch zu erkennen.

Ich habe gestern einem Freund geholfen, sein Ladengeschäft in einer Straße nahe des Wasserturms einzurichten. Er hat seine berufliche Existenz auf einen Kundentyp aufgebaut, der in dieser Gegend tatsächlich zahlreicher vertreten ist als woanders. Zuerst hat er überlegt, die in diesem Umfeld übliche Raumnutzung anzubieten, jetzt wo er über genügend Platz im Geschäft verfügt: aber ist es nicht geradezu revolutionär in dieser gar-nicht-mehr-so-originellen Gegend, eben keine Kinderspielecke und keinen Latte Macchiato anzubieten? Oder hängt der Geschäftserfolg mittlerweile davon ab, wie sehr man sich dem Mainstream des Prenzlauer Bergs anpasst?

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