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Ist der Zug abgefahren? S-Bahnhof Wollankstraße

Ist der Zug abgefahren? S-Bahnhof Wollankstraße

Wer wie ich ein im Grunde zufriedener Kunde der S-Bahn ist, hat in den letzten Jahren die deutlich abfallende Qualität dieses Unternehmens erleben dürfen. Zuerst waren es nur „Weichenstörungen“, dann wurden von mehr und mehr Bahnhöfen die Aufsichten abgezogen – und durch nichts ersetzt. Zuletzt war eine nicht abreißen wollende Kette von Störungen, Zugausfällen, Streiks und dergleichen mehr an der Tagesordnung.

Ich habe mich, als es mir am 09.11. zu bunt wurde, telefonisch beschwert, und man gab mir am anderen Ende der Leitung das Gefühl, dass man meinen Ärger verstehen könne.

Zuerst erhielt ich eine Eingangsbestätigung, mit der Bitte, mich zu gedulden und von Erinnerungen abzusehen.

Einige Zugausfälle, Weichenstörungen, Wintereinbrüche und ähnlich unschöne Ereignisse später, am 05.02., erhielt ich ein sehr freundliches Schreiben der S-Bahn, in dem man sich fast schon unterwürfig entschuldigte und mir einen 5 €- Fahrkartengutschein beifügte. Wortlaut des Schreibens: „…Auch wenn kein Personal mehr auf dem Bahnsteig ist, sollte die Beschallung von einer anderen Betriebsstelle ausgeführt sowie ebenso die Inforufsäule bedient werden.“ Mit Beschallung sind wohl die unverständlichen Lautsprecherdurchsagen gemeint, die den Ansprechpartner im Aufsichtshäuschen ersetzt haben.  Die übrig gebliebenen Mitarbeiter, die in irgendwelchen anderen Bahnhöfen sitzen, sollen diese Aufgabe nun erfüllen: „Die S-Bahn … legt bei allen ihren Mitarbeitern großen Wert auf ein freundliches und kundenorientiertes Auftreten. Dass dies in Ihrem geschilderten Fall nicht in der von uns gewünschten Weise abgelaufen ist, bedauern wir sehr.“ Außerdem wird die Hoffnung geäußert, dass ich mich künftig von den Mitarbeitern besser betreut fühle.

Dazu passt die Einschätzung eines Betriebsrats der S-Bahn, die dieser in einem Interview für die Berliner Zeitung abgab: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0206/berlin/0006/index.html

Und auch Hartmut Mehdorns „freiwillige“ Entschuldigung bei seinen eigenen Mitarbeitern, heute wegen der Datenaffäre bei der Bahn, deutet darauf hin, dass der Tiefpunkt erreicht ist und es langsam wieder weniger gewinnorientiert zugehen könnte. Aber ob auch er noch in den Chor einstimmen wird?  „Wir würden uns freuen, wenn wir Sie trotz dieses unschönen Ereignisses wieder in den Zügen.. begrüßen dürfen.“ Ich werd’s wohl müssen…

Ergänzung: Gefangen in einer S-Bahn auf der Ringbahn, zwischen zwei Bahnhöfen während diverser Signalstörungen stehend, durfte ich hören, wie sich der Fahrer zu folgender Durchsage hinreißen ließ: „Wegen diverser Signalstörungen, verursacht durch Personaleinsparungen, verzögert sich die Weiterfahrt um wenige Minuten…“

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