Ja, auch die S-Bahn-Kunden sind lernfähig!

Leere Versprechen, volle Züge?

Leere Versprechen, volle Züge?

Nach Monaten, ja Jahren, in denen wir schon ein S-Bahn-System erlebt haben, das 1936 einmal als modern galt, den Zweiten Weltkrieg ohne größere Blessuren, diverse Streiks und sogar einen Boykott überstanden hat, kommen endlich auch einmal wir Kunden zum Zuge. Na gut, vielleicht weniger zum Zug, weil der ja eher nicht kommt. Jedenfalls ist uns endlich klar geworden, dass der Sinn der S-Bahn nicht darin besteht, Leute möglichst zuverlässig von A nach B zu befördern, sondern – wieso sollte es ausgerechnet bei der S-Bahn anders sein? – Geld zu verdienen. Geld für einen Konzern, der – ja Moment, der eigentlich noch dem Staat, also uns allen, gehört. Also, wie auch immer, auch wir S-Bahn-Kunden lernen, mit unserem Geld besser umzugehen, ja vielleicht sogar am Ende mehr Geld übrig zu haben.

Ich fahre seit Juni mit dem Rad zur Arbeit. Anfangs noch freiwillig, weil ich gerne im Sommer Fahrrad fahre. Damals, es scheint schon so lange her zu sein, fuhr die S-Bahn schneller als ich mit dem Rad fahren konnte. Es klingt drollig, aber es fuhren sogar alle paar Minuten Bahnen, und man musste sogar noch mit Geld bezahlen, denn damals gab es noch Fahrkartenkontrollen n den S-Bahnen. Die Kontrolleure konnten sogar noch durch die Wagen gehen und jeden Fahrschein kontrollieren!

Es gibt sogar noch ein paar Leute, die haben ihre Fahrkarten im voraus bezahlt. Manche für eine Woche, ein paar sogar für den ganzen Monat, und, halten Sie sich fest, einige sogar für ein ganzes Jahr! Als ob man schon ein ganzes Jahr im voraus wüsste, ob man mit der S-Bahn durch die Stadt kommt…Einige ganz Verwegene haben ihr Abonnement sogar bei der S-Bahn-Berlin abgeschlossen, ebenso wie man ja auch sein Geld an der Börse verlieren kann.

Allerdings könnten nun all diese Leute ein wenig verschnupft reagieren, weil ja die S-Bahn nun nicht mehr so zuverlässig ist. Aber da sie ja von der S-Bahn gelernt haben, wie man Geld spart, könnten all diese wagemutigen Menschen ihr Abonnement bei der S-Bahn kündigen und, wenn sie meinen, weiterhin ein Abonnement zu benötigen, dieses bei einem anderen Verkehrsunternehmen (z.B. BVG) abschließen.

Laut Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg würden sie damit keinen Cent sparen. Aber ihr Geld würde dann vollständig dem anderen Verkehrsunternehmen zufließen. Und die S-Bahn würde nur einen geringfügigen Ausgleich für die entgangenen Einnahmen erhalten. Was dann, geldtechnisch gesehen, ganz schön gemein von diesen Leuten wäre.

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