Café Mirabelle: An der Grenze…

An der Grenze zwischen Wedding und Pankow, am ehemaligen und noch immer sichtbaren Mauerstreifen, zwischen dem gutbürgerlichen Viertel am Park und einem der sozial schwächsten Kieze Berlins, versucht eine Gastronomin ein Familienrestaurant zu etablieren.

Großzügig an der Ecke gelegen....Das Restaurant Mirabelle hat gerade um die Mittagszeit geöffnet, da steckt eine Dame schon den Kopf durch die Tür: „Ich bin die 14 Personen“, ruft sie, „auch wenn es nicht so aussieht.“ Ingrid Kotthorst hat das Restaurant für ihre Wandergruppe junger Senioren als Zwischenstopp auf ihrer Panke-Wanderung fest eingeplant. „Ich laufe die Strecken immer schon vorher ab und habe dabei das Café entdeckt“, sagt die Mariendorferin. Derweil haben es sich die Wanderer an der langen Tafel im hinteren Bereich der „Mirabelle“ gemütlich gemacht.

„Ich habe mich inzwischen in die Räumlichkeiten verliebt“, sagt Jeannette Sonderhoff, die die „Mirabelle“ betreibt. Die 40-jährige Pankowerin bezeichnet sich als „Berlinerin in der dritten Generation“. Das soll man auch der Küche anmerken, findet Jeannette Sonderhoff. Dort finden sich alte Berliner Rezepte, neu aufbereitet, ebenso wie mediterrane Gerichte. Ein Tagesgericht inklusive Espresso gibt es neuerdings wochentags auch zum Festpreis von 5,50 €. Zum Kaffee aus einer italienischen Kaffeemaschine gibt es nur hausgebackene Kuchen.

Ursprünglich hat Jeannette Sonderhoff im Februar 2007 im Nachbarhaus angefangen. „Den Namen Mirabelle habe ich innerhalb weniger Stunden finden müssen, und da habe ich mich einfach auf meine Tochter Mira bezogen“, sagt die Gastronomin. Aus der ursprünglichen Idee eines Familiencafés hat sich beim Umzug in das benachbarte größere Ecklokal etwas Neues entwickelt:

...und ganz gemütlich von innen„Das hier ist heute ein gediegenes, offenes Familienrestaurant“, charakterisiert Jeannette Sonderhoff ihre Gaststätte. „Ein Zwanzigjähriger fühlt sich hier genau so wohl wie es meinen Eltern gefallen würde“, sagt sie und meint damit nicht nur den mit viel Liebe zum Detail gestalteten Gastraum. „Allein  mit zwanzig Wandfarben haben wir experimentiert“, erinnert sich Jeannette Sonderhoff – bis der heutige warme Farbton gefunden war, der das gemütliche Ambiente ausmacht. Dazu gehört für die Betreiberin auch die Klangkulisse: dass man in der „Mirabelle“ kein Radiogedudel hört, sondern eine sorgsam ausgewählte Musikmischung aus Jazz, Soul, 1950er-Jahre-Musik, ist daher kein Zufall. Überhaupt wird Wert auf Kommunikation gelegt: „Die Leute sollen mich und meine Kollegen gerne ansprechen“, beschreibt Jeannette Sonderhoff ihr Verständnis von Gastfreundlichkeit: „Man kann und man soll ruhig fragen!“

Das Restaurant liegt günstig an der Grenze zwischen Wedding und Pankow am Rand des Bürgerparks. Von innen und auch von der Terrasse aus genießt man einen Panoramablick auf ein grünes Rückhaltebecken und die Ausläufer des Parks. Doch diese Lage allein ist kein Garant für erfolgreiche Gastronomie. Dass schon einige Vorgänger an diesem Standort gescheitert sind, schreckt die Pankower Gastronomin nicht ab. „Hier kommen keine Busladungen mit Touristen und wenig Laufkundschaft“, weiß Jeannette Sonderhoff aus eigener Erfahrung. „Statt dessen muss man Beständigkeit an Qualität und Vielfalt bieten.“ Dann, davon ist sie überzeugt, wenn die Gäste an diesem Ort angeregt werden, kommen sie wieder und schätzen die warme Atmosphäre dieses Ortes jedes Mal aufs Neue.

Die Wandergruppe ist jedenfalls froh, auf halber Strecke eingekehrt zu sein. An der langen Tafel wird sicher noch lange geplaudert und gelacht.

Geöffnet Mo-Fr ab 12.00, Sa/So ab 10.00 Uhr. Sonntags Brunch. Reservierung empfohlen.

Internet: www.cafe-mirabelle.com


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Armes Pankow!

Schild am Bürgerpark-Portal

Armes Pankow! Sogar am bürgerlichsten Fleck, den Pankow zu bieten hat (und der auch noch genau so heißt), am Bürgerpark, soll der bezirkliche Blumenschmuck eingespart werden. Oder kalkuliert der unter Haushaltssperre stehende Bezirk Pankow gleich mit ein, dass sich die Bürger Pankows das nicht gefallen lassen werden, und setzt darauf, dass der Blumenschmuck privat finanziert wird?

Wer genehmigt so etwas?

Das "Park Ensemble Pankow" liegt adrett ihinter einem Schutzwall

„Park Ensemble Pankow“ – natürlich muss ein solcher Wohnpark einen wohlklingenden Namen haben.

Aber dass an einer städtebaulich sensiblen Stelle (direkt am Bürgerpark) nahe vollständig erhaltener gründerzeitlicher Häuser in Blockrandbebauung eine 22 Reihenhäuser umfassende Fertighaussiedlung genehmigt wird, zeigt, dass man in Pankow kein planerisches Konzept verfolgt. Vielleicht ist es immerhin ein Glücksfall, dass der Fertighaustyp „Stadtvilla“ gebaut wurde.

Jetzt im Winter sieht man vom Bürgerpark aus sehr gut zwischen den Bäumen, von welchen Häusern diese übersichtliche Grünanlage umgeben ist. An der Stelle, wo das „Park Ensemble Pankow“ entstanden ist, scheint eine unpassende Zwergenstadt entstanden zu sein.

Vor allem aber entsteht der Eindruck, dass hier eine trostlose „KAMPA-MASSIVHAUS“- Musterhaussiedlung direkt am Bürgerpark hochgezogen wurde.

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