Wozu Geld abheben?

Die Berliner Sparkasse macht uns vor, dass man die Finanzkrise einmal konsequent zu Ende denken muss. Der einzige Geldautomat im Soldiner Kiez, nämlich der der Berliner Sparkasse, befindet sich in einem Vorraum der Geschäftsstelle in der Prinzenallee. Nun werden „die lieben Kunden“ um Verständnis gebeten, dass der Geldautomat nur noch während der Filial-Öffnungszeiten zugänglich ist. Ansonsten solle man doch bitte auf die Geldautomaten im U-Bahnhof Osloer Straße oder im Gesundbrunnencenter ausweichen. Mag sein, dass Sicherheitsaspekte bei dieser Entscheidung den Ausschlag gegeben haben. Worin liegt dann aber noch der Vorteil des Geldautomaten im Vergleich zu früheren Zeiten, als man – auch nur während der Öffnungszeiten der Filiale – Geld an der Kasse abhob?

Und: welcher Kunde lässt sich eine solche Aussperrung bieten? Letztlich doch nur die, die keine Wahl haben und ohnehin kaum Geld zur Verfügung haben. Die anderen, die während der Öffnungszeiten der Filiale arbeiten müssen, sind sicher schon längst zu anderen Banken gewechselt. Mich eingeschlossen. Halt, hier passt doch wohl eher: ausgeschlossen. Außer zu den Öffnungszeiten.

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Eine sichere Bank?

„Im Rahmen der Schadensprävention wurde festgestellt, dass mit Ihrer Karte ein Missbrauch stattfand.“ Mit diesem lapidaren Schreiben teilte die Sparkasse meiner Frau mit, warum ihre EC-Karte neulich eingezogen wurde. Meine Frau hatte an einem Geldautomaten der Dresdner Bank am U-Bf. Reinickendorfer Straße Geld abgehoben und sich über die eigenartige Plastikummantelung rund um den Kartenschlitz gewundert. Was sie nicht bemerkt hatte, war, dass die Daten auf dem Magnetband der Karte in dem Gummiaufsatz dupliziert wurden. Man denkt, so was passiert immer nur anderen. Immerhin scheint nichts zu fehlen, wie ein erster Blick auf die Kontodaten ergab. Und dass die Bank die Manipulation schnell bemerkt hat, beruhigt zumindest ein wenig. Aber: „Wir bitten Sie, Ihre Kontoauszüge aufmerksam zu prüfen“, schliesst das Schreiben der Sparkasse. „Vielen Dank für Ihr Verständnis.“