Ausstellung „Botschaften am Fluss“

panke.info gestaltete gemeinsam mit dem Jugendclub Mühlenstraße 24 eine Ausstellung über die Panke. Ein Bericht ist hier zu finden. Die Ausstellung wurde im Rathaus Mitte eröffnet und wird anschließend an weiteren Orten gezeigt.

k-Die Ausstellung für Familien und Kinder

Immer wieder wird mit Enten auf das erfolgreiche Entenrennen von panke.info hingewiesen

 

k-Die Eröffnungsreden3

Andrea Wolter von der Senatsumweltbehörde hält ein Grußwort

k-Die Panke Bank k-Interessierte Zuschuer2 k-Module Bernau bis Pankow k-Panke-Blumen-Ente

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Fotostrecke: Der Himmel hängt voller Rosa

Kirschblüten über dem PankewegZierkirschen auf dem Mauerstreifen

Schuhe hängen auf einem Kabel vor KirschblütenEin Wegweiser ist umgeben von Kirschblüten

Jahr für Jahr im April: die japanischen Zierkirschen, von Japanern aus Freude über den Mauerfall gestiftet, erzeugen ein spektakuläres, temporäres Farbenmeer. Zu besichtigen gibt es die Farbenpracht noch ein paar Tage lang am Pankeweg und Mauerweg auf der Höhe Wilhelm-Kuhr-Straße in Pankow an der Grenze zu Mitte.

Zu viel und zu wenig Wasser

Hier an der Panke beschäftigen sich die Planer unter anderem mit der Frage, wie sie den Fluss verlangsamen können. Oder wo man mit einer anderen Gewässerstruktur eine größere Artenvielfalt schaffen kann. Oder wie bei allen Renaturierungsmaßnahmen trotzdem der Hochwasserschutz gewährleistet werden kann. In anderen Teilen der Welt sind die Wassersorgen ganz andere. Wir haben uns inzwischen an die Prognose gewöhnt, dass Kriege um Wasser geführt werden. Wasser ist eben überall Leben, egal ob eher zu viel oder zu wenig.

Paris, Berlin, und zwei Flüsse

Erstaunte Schlossparkbesucher....

Ich habe einige Monate in Paris gelebt. Mein Blick ging aus dem 13.Stockwerk in Richtung Sacré Coeur und am Horizont sah man auch noch den Eiffelturm, während sich im Vordergrund ein Wasserbecken des Canal de l’Ourcq erstreckte. Das Leben am Wasser, wenn auch am künstlichen Gewässer, habe ich immer als einen Gewinn empfunden. Die Gegend hat sich in den letzten Jahren weiter verändert, nun sind auf beiden Seiten des Beckens Kinos entstanden, und man kann mit seiner Eintrittskarte eine kleine Fähre benutzen, um von einem ins andere Kino zu gelangen.

Hier in Berlin wohne ich, wie man sich unschwer denken kann, an der Panke. Auch ein Gewässer, aber ein natürliches. Viel wird sich in den nächsten Jahren ändern, damit man wieder erleben kann, dass die Panke ein naturnaher Fluss ist.

In Paris habe ich manchmal etwas über die Bièvre gehört, einen im Stadtgebiet verschwundenen Fluss auf der Rive Gauche. Zurück in Berlin dachte ich manches Mal, dass die Panke und die Bièvre, so wie unzählige andere verkannte Stadtflüsse wie auch die Wien, eine Menge gemeinsam haben. Vielleicht ist ja das, was hier mit der Panke passieren wird, ein Modell für andere verrohrte, vergrabene und entstellte Stadtflüsse.

Den Artikel von Uwe Rada in der TAZ habe ich jedenfalls mit großer Genugtuung gelesen:

http://www.uwe-rada.de/themen/fluesse_panke.html

http://panke.info/pages/neue-panke/die-panke-und-die-planungen.php

Außen Schloss, innen Zeitzeugen

Hinter einer Mauer im Schlosspark, jahrzehntelang streng von der Bevölkerung abgeschirmt und in den letzten Jahren auch äußerlich etwas unscheinbar, fristete das Schloss Schönhausen jahrelang sein Dasein. Doch mit der Wiedereröffnung als Museumsschloss rückt es wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit: Das Gebäude besitzt nicht nur wieder ein attraktives Äußeres – auch im Innern hat die außergewöhnliche Geschichte des Schlosses zahlreiche Spuren hinterlassen.

19.12.2009, Schloss Schönhausen, erster Tag als Museum...

Am 19.12.2009 betritt ein Pankower Ehepaar das Schloss, das sich selbst ein Wiedersehen mit dem Gebäude zum 45. Hochzeitstag geschenkt hat. Es handelt sich um die ersten zahlenden Besucher, die sich an diesem Tag von Schnee und Eisglätte nicht haben abschrecken lassen. Nicht nur für sie hält das Schloss Schönhausen so manche Geschichte bereit.

Nachdem im Nebengebäude des Schlosses 1990/91 noch die Sitzungen des „Rundes Tisches“ der DDR sowie die „2+4“-Verhandlungen stattgefunden hatten, verfiel das Schloss in einen Dornröschenschlaf, bis es 2005 in die Obhut der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) übergeben wurde. Nur Königin Beatrix der Niederlande hatte noch 1991 im Schloss genächtigt, so wie vor ihr Fidel Castro, Leonid Breshnev und Indira Gandhi: seit 1964 war Schönhausen offizielles Gästehaus der DDR-Regierung. Die Schlaf- und Badezimmer atmen noch den Zeitgeist der 1960er Jahre, wie man noch heute nacherleben kann. Die wichtigsten Epochen des Schlosses sind im neuen Museumsschloss konserviert worden. Von einem Rückbau in das ursprüngliche Barockschloss hat die SPSG abgesehen – die bewegte Geschichte des Hauses und seine zahlreichen Nutzer und Bewohner sind damit erlebbar geworden.

Kurios war allein schon die Tatsache, dass der neu gegründete Arbeiter- und Bauernstaat DDR die Kulisse des Schlosses nutzte, um sich mit „königlichem“ Prunk zu schmücken. So war das Schloss Amtssitz des (einzigen) DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck. Dessen Arbeitszimmer hatte trotz für die damalige Zeit moderner Möbel immer noch einen barocken Rahmen. Mit Piecks Tod 1960 wurde das Präsidentenamt jedoch abgeschafft.

Im Nationalsozialismus hatte das Schloss schon einmal als Ausstellungsort gedient. Zudem wurde es als Lager für Werke genutzt, die als „entartete
Kunst“ galten. Im neuen Mueumsschloss werden hingegen Bilder aus dem Besitz der Familie zu Dohna gezeigt, die aus dem ostpreußischen Schloss
Schlobitten gerettet wurden. Damit schließt sich ein Kreis: Eine gewisse Gräfin Sophie zu Dohna-Schlobitten hatte das Rittergut Niederschönhausen, 1664 in ein Herrenhaus umbauen lassen. Und aus eben diesem Herrenhaus ist später das Schloss Schönhausen geworden.

Der erste Tag als Museumsschloss - mit Puderzucker!

Eine Schlossbewohnerin hat es jedoch zu größerer Berühmtheit gebracht: Elisabeth Christine, die Ehefrau des preußischen Königs Friedrich II. Es war keine Liebesheirat, aber es war seinerzeit auch nicht ungewöhnlich, dass das Ehepaar getrennt lebte. Friedrich hatte seiner Frau das Schloss Schönhausen 1740 geschenkt, und Elisabeth Christine sollte dort 57 Sommer verbringen. Das Außengelände ließ sie in einen Barockgarten umgestalten, und nachdem im Krieg Teile des Schlosses zerstört wurden, wurde Schönhausen 1764 wiederaufgebaut. Die heutige äußere Form des Schlosses stammt aus dieser Zeit. Friedrich II. selbst soll seine Frau niemals im Schloss besucht haben. Im Gegensatz zum Schloss ist vom Barockgarten nichts geblieben: dieser ist von Peter Joseph Lenné 1829 in den englischen Landschaftspark umgewandelt worden, als den wir den Schlosspark heute noch kennen. Wegen der Nutzung als Präsidentensitz wurde zu DDR-Zeiten von Reinhold Lingner ein Garten angelegt. Noch heute ist dieser Garten von einer den Schlosspark und eine Sichtachse teilenden Mauer umgeben. Da auch dieser architektonische Garten ein besonderes Denkmal darstellt, wird dieser wieder in den Originalzustand zurückversetzt.

Über das Leben der einsamen Königin, Elisabeth Christine, gibt es im Schloss einige Museumsexponate. Der Rokokosaal selbst ist sogar mit seiner Innenausstattung ein für das heutige Berliner Stadtgebiet einzigartiges Baudenkmal.

Monarchen, Arbeiterführer und Staatsgäste: die vielen Räume, Bilder und Relikte, die die unterschiedlichen Bewohner im Laufe der Jahrhunderte
hinterlassen haben, sind Grund genug, sich dieses bedeutende Museumsschloss am Ufer der Panke einmal (wieder) anzusehen.

Mehr Infos:

www.spsg.de