Radtour am Mauerweg (Wedding/Prenzlauer Berg)

In unserem neuen Touren-Portal http://panke.info/pages/portal-touren.php wird unter der Tour C 2 eine Radtour vom Mauerpark in Richtung Panke und Schönholz beschrieben.

Bei der Eröffnung des entscheidenden Teilstücks, das die Lücke zwischen Prenzlauer Berg, Pankow und Wedding schloss, erschien folgender Artikel:

Seit August 2004 endet die Grüntaler Straße an ihrem Nordende nicht mehr stumpf an der S-Bahn. – Eine neue Trasse ermöglicht Fußgängern und Radfahrern wieder die historische Verbindung zwischen dem Wedding und der Esplanade in Pankow. Neu errichtet wurde dafür nur ein kleiner Teil unter den beiden S-Bahn-Unterführungen. Im Jahr 2001 haben Senat und Abgeordnetenhaus beschlossen, die 160 km lange Strecke entlang der ehemaligen Berliner Mauer als Rad- und Fußweg zu erhalten. Wo erforderlich, sollte der Weg durch Lückenschlüsse ergänzt werden. Für dieses von ihm initiierte Projekt hat sich der Grünen-Politiker Michael Cramer, heute Europaabgeordneter in Brüssel, jahrelang mit viel Energie eingesetzt: „Es hat sich in den letzten Jahren eine ganze Menge getan“, sagt Cramer. „Eine der spektakulärsten Verbesserungen war dabei die Unterquerung der Bahnstrecken nördlich der Bornholmer Straße und die Verbindung von der Norwegerstraße zum Schwedter Steg.“

Weltweites Interesse
Außerhalb Berlins finden seine Vorträge über den weltweit einmaligen Mauerweg großes Interesse, sogar in New York. Und was Cramer besonders wichtig für die Bekanntheit des Mauerwegs ist: der Weg ist größtenteils schon ausgeschildert. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat außerdem angekündigt, für 3,5 Millionen Euro die gesamten 160 km noch im Jahr 2005 fertig zu stellen. Und wer einmal den ganzen Weg abfahren möchte, kann auf Michael Cramers Broschüre „Mauerstreifzüge“ oder auf den „Bikeline“-Routenführer vom Verlag Esterbauer zurückgreifen.

Fahrradverkehr in der Stadt fördern
Der Mauerweg genießt also von Seiten des Senats eine gewisse politische Priorität – auch, um den Fahrradverkehr in der Stadt zu fördern: „Der Weg stellt eine alte durch den Mauerbau unterbrochene Verbindung wieder her“, heißt es in der Presseerklärung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Finanziert wird das Projekt zum Großteil durch den Bund und die Europäische Union. Zwischen Wedding und Pankow, südlich des so genannten „Nassen Dreiecks“, kamen noch Mittel der Deutschen Bahn hinzu, die dort eine Grünfläche als Ausgleichsmaßnahme für andere Bauprojekte anlegen ließ.
(Foto: Bösebrücke am S-Bahnhof Bornholmer Straße/ehemalige Grenze)

DDR-Betonkübel denkmalgeschützt
Stefan Wallmann (Foto) war als Landschaftsarchitekt für den Lückenschluss zwischen Wedding und Pankow mitverantwortlich. „Das Grundprinzip der Verlängerung der Grüntaler Straße war die Erhaltung des Straßencharakters mit Gehweg, Bordstein und Fahrbahn“, sagt Wallmann. Daher gibt es unter den Brücken auch keine Pflanzen. Der Pankower Teil des Projekts hat hingegen eher Grünflächencharakter. Die Betonkübel vor der Esplanade aus DDR-Zeiten sind denkmalgeschützt und mussten daher in die Gestaltung integriert werden. Wallmann ist außerdem noch für weitere 65 km des Mauerwegs zuständig, wobei er insgesamt nur wenig gestalterischen Spielraum sieht: „Es geht eher darum, Verbindungen wieder herzustellen und alte Spuren wieder nutzbar zu machen“ erklärt der Planer. „Um Hinweise auf historisch bedeutsame Punkte in der früheren Grenzanlagen, geht es beim Mauerweg nicht“, sagt Wallmann. „Auf Initiative der Kiezbewohner könnten jedoch Hinweisschilder entwickelt werden, die auf historische Stellen aufmerksam machen.“ So führt der Weg beispielsweise unter der Bösebrücke hindurch, wo am 9. November 1989 der erste Grenzübergang geöffnet wurde.

Kirschbäume aus Asien
Der neue Weg verbindet nicht nur West mit Ost, sondern auch Europa mit Asien. Viele der Kirschbäume am Mauerweg sind nämlich von der japanischen Sakura-Stiftung kurz nach der Wiedervereinigung angepflanzt worden. Finanziert wurden sie durch Spenden japanischer Bürger, auch die im Jahr 2004 neu angepflanzten Bäume. Nicht nur sie dürften für die Bewohner des Soldiner Kiez guter Grund sein, die neue Grünanlage zu nutzen – bislang galt das Areal für den Senat höchstens als „durch den Grenzverlauf deutlich benachteiligter Stadtbereich“.
(Foto: Widmungsstein für die japanischen Kirschbäume)

Mauerweg in der Nähe des Soldiner Kiez
Der Berliner Mauerweg beginnt am S-Bahnhof Wollankstraße und führt dahinter durch eine Hain an Kirschbäumen bis zum Pankeradweg.
Am Ende der Grüntaler Straße an der S-Bahntrasse führt die Unterführung zum Mauerweg in Richtung Bösebrücke und Prenzlauer Berg.

AKTUELLE ERGÄNZUNG:
Auf http://panke.info/pages/portal-touren.php gibt es viele Tourenvorschläge und eine Radtour die Panke entlang. Unbedingt mal nachlesen!

Stand: 03.05.2005 Autor: Joachim Faust Fotos: JF/ka

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